CBC-Claudia Beyer

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Handout „Psychoanalyse“ als Beratungsansatz in der sozialen Arbeit

Fachliche Themen SozialwesenGeschrieben von Claudia Beyer So, Februar 17, 2019 19:10:27
Handout „Psychoanalyse“ als Beratungsansatz in der sozialen Arbeit

Die „Psychoanalyse“ ist ein gesprächsorientiertes Verfahren auf psychologischer Grundlage.

1. Entstehungshintergrund des Beratungsansatzes der Psychoanalyse

Die Psychoanalyse wurde Ende des 19. Jahrhunderts von dem Neurologen Sigmund Freud (1856-1939) in Wien begründet. Der Neurologe suchte nach einer Methode psychische und psychosomatische Störungen aller Art (vor allem Neurosen) zu heilen, indem unbewusste Vorgänge bewusst gemacht werden.

2. Menschenbild und Grundannahmen, die dem Ansatz zugrunde liegen

Die wesentliche Erkenntnis der Psychoanalyse ist, dass das Kind im Erwachsenen fortbesteht. Auch im Erwachsenenalter wird das menschliche Verhalten demnach von kindlichen Wünschen determiniert. Der Mensch ist nur dem Anschein nach ein von der Vernunft geleitetes Wesen. Seine eigentlichen Handlungsmotive sind irrational und seinem Bewusstsein entzogen.
Das Drei-Instanzen-Modell (auch „Freudsches Strukturmodell der Psyche“ genannt) ist ein auf Sigmund Freud zurückgehendes Modell der menschlichen Psyche. Danach besteht die menschliche Seele aus drei Funktionen bzw. Instanzen: dem Ich, dem Es und dem Über-Ich. (Drei-Instanzen-Modell) Freud arbeitete dieses Modell erstmals 1923 in seiner Schrift „das Ich und das Es“ aus. Es wird auch als 2. topisches (Topik=Verortung/übergreifendes Modell) System bezeichnet.

3. Für den Ansatz typische Vorgehensweisen und Rolle des Beraters

Die klassische Psychoanalyse (Standardverfahren) ist immer eine Einzeltherapie, wobei der Analysand auf einer Couch liegt und der Analytiker am Kopfende dieser Couch sitzt. Es gibt dadurch keinen Blickkontakt zwischen Analysand und Analytiker. Der Analysand wird aufgefordert, alles zu sagen, was ihm durch den Kopf geht, egal wie lächerlich, peinlich, nebensächlich ihm diese Gedanken erscheinen (freie Assoziation). Der Analytiker soll sich alles mit gleichmäßiger Aufmerksamkeit anhören und von Zeit zu Zeit Deutungen der unbewussten Vorgänge anbieten. Zwischen Analysand und Analytiker soll die sogenannte Übertragungsbeziehung entstehen, d.h. dass der Analysand Gefühle und Wünsche auf den Analytiker überträgt (= ihm gegenüber erlebt), die er wichtigen Bezugspersonen seiner Kindheit gegenüber empfunden hatte.

4. Aktuelle Bedeutung des Ansatzes für die soziale Arbeit

Die Psychoanalyse kann als Methode zur Konfliktanalyse in der sozialen Arbeit eingesetzt werden. Dadurch hat man bessere Interventionsmöglichkeiten. Ein Verfahren zur Deutung und Definition von Situationen/Konflikten. Unreflektierte Dimensionen wahrgenommener und zum Teil nur noch unsortierter Wahrnehmungen einer „überfüllten“ Realität (Erlebnisse) können bewusst gemacht und neu sortiert werden. Der Betrachtungsfokus wird verändert, was zur Lösung eines Problems beitragen kann.
Psychoanalyse ist auch ein Instrument zum Nachdenken über das eigene Handeln, über Gedanken und Empfindungen in der Ausübung des Berufes als Sozialarbeiter/Sozialpädagoge (Selbstreflexion).
Psychoanalytische Ansätze betonen, dass aktuelles Interaktionsverhalten durch biographisch erworbene Dispositionen beeinflusst wird. Vergangene Erfahrungen wirken - oft unbewusst - in das gegenwärtige Interaktionsverhalten hinein.
Psychoanalyse deckt unbewusste Prozesse auf. Sie betont damit den Einfluss der eigenen Persönlichkeit.
Psychoanalyse dient dem Ziel, die eigene Selbst- und Fremdwahrnehmung zu erweitern.

Menschen die helfen wollen, müssen sich selbst genau und gut kennen um zu wissen, welche Art von Übertragung sie bei einem Patienten/Gegenüber zulassen können.

Claudia Beyer 04.2009

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