CBC-Claudia Beyer

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...ist sowohl eine Ansammlung von eigenen kreativen Werken, die ich im Laufe meines bisherigen Lebens in unterschiedlicher Methodik geschaffen habe, als auch eine Ansammlung fachlicher Impulse.
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Kooperation von Schule und Jugendhilfe - Schulsozialarbeit -

Fachliche Themen SozialwesenGeschrieben von Claudia Beyer So, Februar 17, 2019 21:28:58
Kooperation von Schule und Jugendhilfe
- Schulsozialarbeit -

In Gesellschaft und Politik werden gegenwärtig kaum Themen so kontrovers diskutiert, wie die, der Bereiche Schule und Bildung.
Grund hierfür scheinen die seit dem Jahr 2000 in regelmäßigem, dreijährigen Turnus stattfindenden „PISA-Vergleichsstudien“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), im Auftrag der Regierung (in Deutschland die Kultusministerkonferenz) zu sein.

Innerhalb der Überlegungen, wie man die offensichtlichen Defizite von Kindern und Jugendlichen gerade im Bereich Deutsch, Mathematik, und Englisch ausgleichen könnte und hierbei auch gerade Kinder aus sozial benachteiligten und bildungsfernen Elternhäusern unterstützen könnte, wurde die Diskussion über die Einführung von Ganztagsschulen angestoßen.
Hinzu kam ein weiterer Aspekt. Beide Elternteile sollten, unabhängig vom Sozialstatus, neben der Kindererziehung einen Beruf ausüben können.

Dadurch, dass Kinder und Jugendliche viel mehr Zeit in der Schule verbringen sollten, muss über die Betreuung und Erziehung der Schüler innerhalb der „Lebenswelt Schule“ im Ganztag nachgedacht werden.
Stätten zur Freizeitgestaltung, wie z.B. Sportvereine, Jugendzentren und sonstige Institutionen, die sich bis jetzt um die Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen außerhalb der Schulzeit kümmern, sind gefordert umzudenken und werden in die Betreuung des offenen Schulganztages eingebunden.

Schule und außerschulische Jugendarbeit beinhalten unterschiedliche Professionen und unterschiedliche Ziele, aber auch eine große Gemeinsamkeit, nämlich dieselbe Zielgruppe: Junge Menschen, die auf dem Weg zum erwachsenen, mündigen Bürger, gebildet, erzogen, gefördert, betreut und in der Bildung und Aneignung von Wissen und sozialen Kompetenzen vielseitig und facettenreich unterstützt werden sollen.

Außerschulische Jugendarbeit hat, ob professionell oder im Rahmen von verbandlicher Ehrenamtlichkeit, viel zu bieten. Hier findet das Kind oder der Jugendliche Raum zum Experimentieren, Raum zur Selbstfindung und zur Entfaltung seiner ganz persönlichen Interessen und Begabungen. Das Feld der außerschulischen Jugendarbeit ist sehr groß. Die professionelle Ebene stellt hier der Bereich der Jugendhilfe dar, der geregelt im SGB VIII, unter anderem durch die Hilfen zur Erziehung , den allgemeinen sozialen Dienst und diversen Beratungs-, Freizeit-, und sonstigen Unterstützungsangeboten in allen gesellschaftlichen Bereichen, den Kindern und Jugendlichen, sowie den Eltern und Familien hilfreich zur Seite steht.

Die ehrenamtlichen Ebenen bilden die diversen existierenden Vereine und Verbände, mit Jugendleitern und engagierten Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen und Schichten.

Schule und Jugendsozialarbeit

Gesellschaft und Politik fordern den Ausbau von Ganztagsangeboten an der Schule. Jedoch mangelt es in allen Bundesländern an entsprechenden Betreuungsangeboten. Horte können die aufkommenden Betreuungsbedarfe bisher nicht erfüllen. Es droht eine Betreuungslücke für schulpflichtige Kinder und Jugendliche. Es müssen also Alternativen gefunden werden, damit die Betreuung von Schülern gewährleistet werden kann. Hier richtet sich der Blick u. a. auf die Kinder- und Jugendarbeit, da diese einen Teilbereich des Jugendhilfe-Leistungskataloges darstellt.

1. Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit

Die Begriffe „Kinder- und Jugendarbeit“ und „Jugendsozialarbeit“ werden meist mit derselben Aufgabenstellung in Verbindung gebracht obwohl diese, näher betrachtet, doch gewisse Unterschiede in Zielgruppe und Zielsetzungen aufweisen. Dennoch sind die Termini „Jugendarbeit" und "Jugendsozialarbeit" nicht trennscharf zu definieren.

Die Kinder- und Jugendarbeit verbindet eine Vielfalt kultureller und sozialpädagogischer Angebote in Verbänden und Einrichtungen unter verschiedener Trägerschaft, innerhalb der Öffentlichkeit. Das Ziel der "Offenen Kinder- und Jugendarbeit" ist, außerhalb von Familie, Schule und Berufsausbildung, die allgemeine Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu fördern.

"Jugendsozialarbeit" dagegen, bezeichnet ein Arbeitssegment, "[…] welches anders als andere Felder der Jugendhilfe, wie z.B. die Kinder- und Jugendarbeit, die erzieherischen Hilfen, die Kindertageseinrichtungen usw. schon begrifflich keinen abgrenzbaren thematischen oder zielgruppenorientierten Fokus aufweist. Jugendsozialarbeit meint aber weder allgemein die Sozialarbeit mit Jugendlichen, noch ist sie deckungsgleich mit dem Begriff Jugendberufshilfe. " (Galuske, 2005)
„Jugendsozialarbeit“ steht als Sammelbegriff für unterschiedliche Arbeitsfelder im Bereich der Kinder- und Jugendhilfeleistungen. Rechtssystematisch lässt sich Jugendsozialarbeit als ein selbstständiger Leistungsbereich der Jugendhilfe betrachten, der sich mit Bezug auf §13 SGBVIII folgendermaßen definieren lässt:
„Unter Jugendsozialarbeit lassen sich jene Maßnahmen und Angebote der Jugendhilfe zusammenfassen, die sich vorrangig und unmittelbar der beruflichen und sozialen Integration von sogenannten sozial benachteiligten bzw. individuell beeinträchtigten Jugendlichen und jungen Erwachsenen am Übergang von der Schule ins Erwerbssystem widmen. " (Galuske, 2005)

Die Kinder- und Jugendarbeit mit Bezug auf §11 SGBVIII, ist bei Verbänden, Gruppen und Initiativen der Jugend, Kirche, öffentlichen und freien Trägern angesiedelt. Sie kann sich nach Regeln der Selbstorganisation zusammenfinden oder aus Initiativen bestimmter Gruppen erwachsen.
Offene Kinder- und Jugendarbeit hat das Ziel, jungen Menschen... die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen… (§11 Abs.1 Satz 1 SGBVIII)
Träger der sozialen Arbeit/Jugendarbeit sind im öffentlichen Bereich „[…] Behörden, Anstalten oder Körperschaften des öffentlichen Rechts auf Bundes-, Landes-, und kommunaler Ebene, die auf der Basis von Gesetzen und der Organisationsgewalt der politischen Vertretungskörperschaften tätig werden.“ (Olk, 2005)
Freie Träger der Wohlfahrtspflege sind „[…] private Organisationen, die sich zumeist nach den Vorschriften des Vereinsrechtes im Bürgerlichen Gesetzbuch, seltener auch als Stiftungen Bürgerlichen Rechts bzw. gemeinnützige GmbHs gründen und soziale Leistungen im weitesten Sinne für sozial- oder materiell benachteiligte Personen zum Wohle der Allgemeinheit und nicht aus Gewinnerzielungsabsichten heraus erbringen.“ (Olk, 2005)

Es ist erkennbar, dass die Bereiche Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit durch unterschiedliche Rechtsgrundlagen definiert werden und unterschiedlichen Trägerschaften angehören können. Nachfolgend werden deshalb die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine differenziertere Beschreibung der beiden Bereiche ausführlicher dargestellt:

1.1. Rechtliche Rahmenbedingungen

Als Teil der Kinder- und Jugendhilfe findet die Kinder- und Jugendarbeit ihre rechtliche Basis in § 11 SGB VIII.
Sie zählt zu den Leistungen der Jugendhilfe und ist an alle jungen Menschen gerichtet. (§ 11, Abs. 1, Satz 1, SGBVIII)
Abs. 2 definiert als Formen von Kinder- und Jugendarbeit
• Bestimmte Angebote für Mitglieder,
• die Offene Kinder- und Jugendarbeit,
• Gemeinwesen orientierte Angebote.
Abs. 3 Satz 3 drückt als einen der Schwerpunkte der Jugendarbeit, die „arbeitswelt-, schul- und familienbezogene Jugendarbeit“ aus.

Die „Jugendsozialarbeit“ wird, wie schon oben genannt, durch den § 13 SGB VIII definiert und umfasst den Teilbereich der Kinder- und Jugendhilfe, der sich mit sozialen Integrationsproblemen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, vor allem in den Bereichen Arbeiten, Wohnen und Schule befasst.
§ 13 Abs. 1 besagt, dass jungen Menschen zur Förderung ihrer schulischen und beruflichen Ausbildung, sowie ihrer sozialen Integration, sozialpädagogische Hilfen angeboten werden sollen.
Die Aussage des §13 begrenzt jedoch das Angebot der Jugendsozialarbeit auf die Zielgruppe von Jugendlichen, die sozial benachteiligt und individuell beeinträchtigt sind. Die Angebote sind deshalb nicht an alle Jugendlichen gerichtet, sondern nur an die, die besonderer pädagogischer Betreuung bedürfen um den Übergang von der Schule in den Beruf zu bewältigen. ( Galuske, 2008)
Innerhalb der rechtlichen Rahmenbedingungen werden auch Ziele und Zielgruppen der beiden Bereiche erörtert.

1.2. Ziele und Zielgruppen

Inhaltliche Schwerpunkte der unterschiedlichen Angebotsformen innerhalb der Kinder- und Jugendarbeit allgemein, werden im §11 SGB VIII ausgewiesen.
• Kinder- und Jugendbildung
• Sport, Spiel, Geselligkeit
• Arbeitswelt-, schul-und familienbezogene Kinder-und Jugendarbeit
• Internationalen Jugendbegegnung
• Erholung
• Beratung (§11 Abs. 2 SGBVIII)
Die unterschiedliche Zielsetzung speziell für den Bereich der Kinder und Jugendarbeit wird durch folgende Angebote alltagspraktisch umgesetzt:
• Offener Bereich und Treffpunkt
• Bewegung, Sport, und Spiel
• Neue Technologien
• Schulbezogene Maßnahmen
• Jugendberatung und Jugendfürsorge
• Zusammenarbeit mit Jugendgerichtshilfe
• Spezifische Trägerangebote

Die Jugendsozialarbeit nach §13 SGBVIII erstreckt sich über unterschiedliche Arbeitsfelder und wendet sich an Adressaten, die Schwierigkeiten haben, sich innerhalb der Gesellschaft zu integrieren. Dementsprechend beinhaltet Jugendsozialarbeit andere, spezifische Ziele.
Ziele in Verbindung mit den Zielgruppen sind:
Sozialpädagogische Hilfeleistung zur Überwindung sozialer Benachteiligung und individueller Beeinträchtigungen (§13, Abs.1) z.B. durch
• Eingliederungshilfe für junge Spätaussiedler und Spätaussiedlerinnen
• Jugendsozialarbeit mit ausländischen Jugendlichen
• geschlechtsspezifische Sozialarbeit, insbesondere Mädchenarbeit
• aufsuchende Sozialarbeit/Straßensozialarbeit
• Schulsozialarbeit
• Jugendwohnheime
• Jugendberufshilfe

Stellt man nun die rechtlichen Grundlagen und die daraus hervorgehenden Ziele gegenüber, so könnte man folgendes Fazit ziehen:
Während sich die Jugendarbeit in ihrer Zielsetzung sehr vielseitig gestaltet und an alle jungen Menschen richtet, so liegt der Bereich der Jugendsozialarbeit eindeutig im Ausgleich defizitärer Verhaltensweisen, in der Verbesserung nachteiliger Bedingungen und der intervenierenden Unterstützung innerhalb der Lebenswelt der Adressaten. Jugendsozialarbeit ist also im Gegensatz zur Kinder- und Jugendarbeit ein Teilbereich der Jugendhilfe, der innerhalb seiner Zielsetzung eindeutig defizitorientiert ausgerichtet ist. Innerhalb der Umsetzung dieser Zielsetzungen und der Arbeit mit den Zielgruppen, kommt es jedoch in der Alltagspraxis zu Überschneidungen, wodurch sich die Begriffe, wie schon oben erwähnt, nicht trennscharf abgrenzen und definieren lassen.
Bezogen auf §13 könnte die Gefahr bestehen, dass Jugendhilfe als eine „Feuerwehr“ innerhalb der Schule, für auffällige Schüler instrumentalisiert wird.

2. Schule

Der Bildungsträger „Schule“, steht seit PISA mehr denn je im Diskurs der Öffentlichkeit. Doch Schule wird nicht nur als Bildungsinstanz betrachtet, sondern auch als Sozialisationsinstanz für junge Menschen, die dort einen großen Teil ihrer Zeit verbringen müssen. Schule ist klar strukturiert und orientiert sich an Lehr- und Ausbildungsplänen, die der Landesgesetzgebung unterliegen. So hat auch jedes Bundesland eine eigene Akzentuierung schulischer Bildung.
Die Institution „Schule“ hat aufgrund ihrer Zielsetzung durch das Schulgesetz innerhalb der Gesellschaft eine hohe Erwartung zu erfüllen. Eltern erwarten eine umfangreiche Qualifizierung ihrer Kinder, damit diese gut für ihre späteren Tätigkeiten und ihr Leben in der Gesellschaft vorbereitet werden. Diese Vorbereitung liegt im Bereich der Allgemeinbildung und der Entwicklung von Persönlichkeitsmerkmalen, sowie der Erlangung einer hohen sozialen Kompetenz der Kinder.

2.1. Rechtliche Rahmenbedingungen

Schulen unterliegen freien und öffentlichen Trägern, jedoch überwiegend der Trägerschaft des jeweiligen Bundes-Landes, das auch für die inhaltliche Gestaltung des Bereiches Schule verantwortlich ist. Für den Schulbau, Budgetierung und die sächliche Ausstattung ist die jeweilige Kommune als Teil der Schulträgerschaft verantwortlich. (Hier in Schleswig-Holstein nach § 48 SchulG S.-H. geregelt.)
Die gesetzlichen Grundlagen und Inhalte für den Schulbetrieb sind neben Art. 7 des Grundgesetzes, der die staatliche Aufsicht über allgemeinbildende Schulen regelt, in den jeweiligen Schul-Landesgesetzen verankert.
So definiert z.B. §137 des Schleswig-Holsteinischen Schulgesetzes (Schulgesetz-SchulG) vom 24. Januar 2007, das Land als Schulträger. Die Bildungs- und Erziehungsziele sind in § 4 SchulG aufgeführt. (vergl. SchulG. S.-H., 2011)

2.2. Ziele

Aufgaben und pädagogische Ziele der Schule sind innerhalb von Ausbildungsplänen, Lehrplänen und innerhalb der Landesschulgesetze klar definiert. Wie schon oben genannt, enthält §4 SchulG S.-H. die Bildungs-und Erziehungsziele der Schulen in Schleswig-Holstein.
Der junge Mensch soll gemäß seiner Begabung und seinen Fähigkeiten auf seine Stellung als Bürger/in mit den entsprechenden Rechten und Pflichten vorbereitet werden. Weitere Inhalte sind unter anderem, die Wahrung des Gleichberechtigungsgebots, Offenheit gegenüber kultureller und religiöser Vielfalt, fächerübergreifender Sexualkundeunterricht, die Ermöglichung eines Schulabschlusses und die Befähigung zu einer Lebensführung ohne Abhängigkeit von Suchtmitteln. (vergl. §4, SchulG. S.-H., 2011)

In §4, Abs. 3 findet man z.B. die Aussage, „die Schule soll dem jungen Menschen zu der Fähigkeit verhelfen, in einer ständig sich wandelnden Welt ein erfülltes Leben zu führen. Sie soll dazu befähigen, Verantwortung im privaten, familiären und öffentlichen Leben zu übernehmen und für sich und andere Leistungen zu erbringen, insbesondere auch in Form von ehrenamtlichem Engagement. Es gehört zum Auftrag der Schule, die jungen Menschen zur Teilnahme am Arbeitsleben und zur Aufnahme einer hierfür erforderlichen Berufsausbildung zu befähigen“. (§4, Abs. 3; SchulG. S.-H.)

Die Aussage innerhalb dieses Paragraphen bezieht sich nicht nur auf die Vermittlung an theoretischem Wissen, sondern beinhaltet die Aussage, dass junge Menschen lernen sollen, Verantwortung für sich und andere Menschen zu übernehmen und die Befähigung zur Teilnahme am Arbeitsleben erhalten.
Junge Menschen benötigen also eine Form von Bildung, die umfangreich genug ist, damit sie in einer sich wandelnden Welt ein erfülltes Leben führen können. Wie sollte der Inhalt des Begriffs „Bildung“ verstanden werden, damit die genannten Ziele erreicht werden?

3. Der Begriff „Bildung“

Schulen stellen die größte deutsche Bildungsinstitution dar. Schule spielt als Bildungseinrichtung mit Pflichtcharakter, für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland eine zentrale Rolle zur Qualifizierung für Beruf und Leben. Spricht man über Bildung, so meint man überwiegend die schulische Bildung.
Die Meinung, Bildung wird nur an Schulen vermittelt, ist inhaltlich und institutionell sehr eingeschränkt gedacht. Denn auch die Kinder- und Jugendhilfe hat, neben der Schule, einen Bildungsauftrag für junge Menschen. Innerhalb des gesellschaftlichen Wandels entsteht die Notwendigkeit, Bildung auch außerhalb der Schule zu vermitteln.
Bildungsinhalt ist auch Erziehung, im Sinne der Vermittlung von gesellschaftlichen Werten. Bildung ist ein Prozess, durch den der Mensch Mündigkeit erlangt. Er lernt, sich an gesellschaftlichen Normen und Werten zu orientieren und kann so seine eigene Lebensform entwickeln.
Kinder und Jugendliche sind in unserer Gesellschaft gefordert zu lernen, wie sie sich in einer immer komplizierter werdenden Lebenswelt orientieren, ihr Leben planen und gestalten können. Um Risiken zu verringern, müssen alle jungen Menschen lernen, eigene Lebensentscheidungen anhand ihrer Biografie zu verstehen. Dies soll durch die Form reflexiver Bildung erfolgen, die in zwei zentrale Typen zu gliedern ist.
• Orientierungswissen, durch das der Mensch sein Handeln ethisch begründen kann und Verantwortungsbewusstsein entwickelt.
• Verfügungswissen, welches Faktenwissen meint, das Qualifikationen mit einschließt.
Formelle Bildung, die leistungsorientiert und verpflichtend ausgerichtet ist, nichtformelle Bildung, die einen freiwilligen Angebotscharakter beinhaltet und informelle Bildung, die ungeplant im Umfeld des jungen Menschen als nicht bewusster Prozess verläuft, sollten zusammen als Grundlage betrachtet werden, die den Begriff „Bildung“ definieren.
Der Mensch durchschreitet alle oben genannten Bildungsbereiche, und erlebt hier den Prozess der Selbstbildung. „Bildung - als Lebensprojekt- realisiert sich im Durchgang durch die unterschiedlichen Zugänge“. (Thiersch, 2009)
Um das Segment der “Selbstbildung“ innerhalb genannter Bildungsverfahren noch deutlicher zum Ausdruck zu bringen, fasst Hans Thiersch die im Komplex „Bildung“ benutzten unterschiedlichen Bedeutungen folgendermaßen zusammen:
• Bildung meint Selbstbildung als Prozess
• Bildung meint Lebensbildung, als Aneignung und Ausbildung von Lebenskompetenzen
• Bildung meint „Weltwissen“
• Bildung meint geordnete, formalisierte Bildungsgänge, innerhalb schulischer Arrangements
• Bildung meint soziale Bildung, bezogen auf die Erlangung von Lebenskompetenzen, innerhalb sozialpädagogischer Arrangements

Geht man davon aus, dass der Bereich der formalen Bildung überwiegend innerhalb des Systems Schule praktiziert wird, so lässt sich erkennen, dass der junge Mensch zur Erlangung einer ganzheitlichen Bildung, auch einer sozialpädagogischen Bildung im nicht formalisierten und informellen Bereich (z.B. innerhalb der Familie, der Peergroup, der Eindrücke und Menschen innerhalb seiner Lebenswelt allgemein) bedarf. Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit unterstützt die jungen Menschen und Familien gerade in diesem Bereich bei der Aneignung von sozialen und alltagspraktischen Kompetenzen zur Lebensbewältigung innerhalb unserer Gesellschaft.

4.1. Strukturmaximen der Jugendhilfe

Orientiert an den gesetzlichen Grundlagen der Jugendhilfe innerhalb des SGBVIII, entwickelte Hans Thiersch fünf Richtziele, an denen sich Soziale Arbeit orientieren kann. Folgende Strukturmaximen (Leitgedanken zur Gestaltung von Angeboten) werden für den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe von ihm vorgestellt:
• Prävention. Lebensweltorientierte Kinder- und Jugendhilfe soll präventiv dazu beitragen, dass es nicht zu schlimmen Konflikten und Krisen im Alltag von Kindern und Jugendlichen kommt. Vorbeugende Hilfeangebote sollen bereitgestellt werden.
• Regionalisierung/Dezentralisierung. Hilfen und Angebote einer Lebensweltorientierten Kinder- und Jugendhilfe sollen mehr in die sich bereits vor Ort befindlichen Möglichkeiten und organisierten Angebote eingebunden werden.
• Alltagsorientierung. Lebensweltorientierte Kinder- und Jugendhilfe soll Kindern, Jugendlichen und deren Familien im Alltag zugänglich sein. Niedrigschwellige und offene Angebote müssen vorhanden sein, bzw. geschaffen werden. Kinder- und Jugendhilfe tritt als Partner auf, der sich auf die Weltbilder und Gefühle der Kinder und Jugendlichen einlässt.
• Integration/Normalisierung. Hilfen müssen so ausgestaltet sein, dass in ihnen auch Kinder und Jugendliche mit besonderen Problemen oder besonderem Hilfe- und Förderbedarf integriert werden. Der Fokus der Kinder- und Jugendhilfe richtet sich auf unterschiedliche und manchmal auch ungewöhnliche Lebenskonstellationen und sorgt dafür, dass auch diese innerhalb der Gesellschaft toleriert werden.
• Partizipation/Demokratisierung. Lebensweltorientierte Kinder- und Jugendhilfe unterstützt junge Menschen dabei, sich selbst als die Gestalter ihres eigenen Lebens erfahren zu können. Partizipation soll auf allen informellen Ebenen ermöglicht werden.
Aufbauend auf der Grundlage dieser Strukturmaximen entwickelte Thiersch vier Handlungsmaximen. Kinder- und Jugendhilfe soll folglich vernetzen und planen, aktiv sein und sich einmischen, Lösungs- Strategien aushandeln und alles berufliche Tun reflektieren. (Thiersch, 2005)

4.2. Strukturmaximen der Schule

Innerhalb der oben genannten, durch das Schulgesetz festgelegten Ziele, können die Funktionen der Schule innerhalb unserer Gesellschaft, durch die vier folgenden, zentralen Strukturmaximen beschrieben werden:
• Die Qualifikationsfunktion als formelle Bildung, beinhaltet die Vermittlung von Fähigkeiten und kognitivem Wissen.
• Die Selektionsfunktion als Zuordnungsfunktion, soll unterschiedlich qualifizierte Schüler den jeweils entsprechenden Bildungsebenen zuführen. Die Integrations- und Legitimationsfunktion als Orientierungsfunktion, die dazu dienen soll, gesellschaftskonforme Wertorientierungen zu vermitteln.
• Die Funktion der Kulturüberlieferung als Grundlagenbildung für die kulturelle Zusammengehörigkeit der Generationen und zur Weiterentwicklung der eigenen kulturellen Identität.
Es ist erkennbar, dass auch innerhalb der Strukturmaximen beider Institutionen, die Integrationsfunktion eine gemeinsame Grundlage für die Bildung der jungen Menschen darstellt.
Schule und Jugendhilfe können gemeinsam zu einer qualitativ hochwertigen ganzheitlichen Bildung und zur Integration des Menschen innerhalb unserer Gesellschaft beitragen, wenn sie gemäß ihrer inhaltlichen Stärken, verbunden mit den differenten Methoden zur Erreichung ihrer individuellen Zielsetzung, mit den jungen Menschen und deren Familien agieren. Hier kann Schulsozialarbeit eine wichtige Schnittstelle zwischen den Institutionen darstellen.

5. Der Begriff „Schulsozialarbeit“

Schulsozialarbeit, die auch als schulbezogene Jugendarbeit, schulbezogene Jugendsozialarbeit, schulbezogene Jugendhilfe, Soziale Arbeit in der Schule oder Soziale Arbeit an Schulen usw. bezeichnet wird, stellt eine besondere Form der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe dar und sollte nicht nur als eine Unterform der Jugendsozialarbeit verstanden werden. Jedoch kann in der Alltagspraxis beobachtet werden, dass der Begriff „Schulsozialarbeit“ nach wie vor unklar scheint, scheinbar nur in Richtung § 13 interpretiert wird und andere Teil-Bereiche der Jugendhilfe nicht unter diesen Begriff subsumiert werden.
In diesem immer noch gegenwärtigen „Begriffs-Wirrwarr“ existieren viele unterschiedliche Beschreibungen um den Begriff „Schulsozialarbeit“ zu definieren.
Der Landesarbeitskreis für Schulsozialarbeit in Schleswig-Holstein hat folgende Definition als Grundlage der Standards für diesen Bereich genannt:

„Schulsozialarbeit versteht sich als ein professionelles, sozialpädagogisches Angebot, das durch verbindlich vereinbarte und gleichberechtigte Kooperation von Jugendhilfe und Schule dauerhaft im Schulalltag verankert ist. Angebote und Methoden der Jugendhilfe werden somit integrativer Bestandteil der Schule. Durch ihre ganzheitliche Sichtweise von SchülerInnen, die systemische Herangehensweise an Problemlagen und den Grundsatz der Freiwilligkeit bringt Schulsozialarbeit eine andere pädagogische Qualität in die Schule. Dies trägt sehr zur Verbesserung der Lern- und Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen bei.“ (Landesarbeitskreis für Schulsozialarbeit in Schleswig-Holstein, 2009, S. 1)

In dieser Definition stehen die gleichberechtigte Kooperation von Jugendhilfe und Schule, sowie der Grundsatz der Freiwilligkeit im Vordergrund.
In einer Broschüre der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) wird der Fokus auf weitere Schwerpunkte gelegt und der Bereich der Schulsozialarbeit z.B. folgendermaßen beschrieben:

„Schulsozialarbeit ist eine eigenständige, dauerhaft im Schulalltag verankerte Institution, die verschiedene Leistungen der Jugendhilfe wie Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, erzieherischen Kinder- und Jugendschutz sowie die Förderung der Erziehung in Familien miteinander verbindet und mit diesem Angebot im Alltag von Kindern und Jugendlichen ständig präsent und ohne Umstände erreichbar ist.“
(Balnis/ Demmer/ Rademacker, 2005)
Beide Definitionen weisen auf die Verortung des Jugendhilfepartners innerhalb der Institution Schule, also innerhalb der „Lebenswelt“ der Schüler in der Schule, hin.
Bezogen auf genannte Definitionen verdeutlicht folgendes Modell, wie die Tätigkeit des Kooperationspartners „Jugendhilfe“, im Bereich der Schule dargestellt werden könnte:

(Modell aus Henschel/Krüger/Schmitt/Stange (Hrsg.), 2009)

Wie das Modell zeigt, ist die Verwendung des Begriffs „Schulsozialarbeit“ zur Bezeichnung beider Teil-Bereiche des Jugendhilfepartners innerhalb der Schule, als übergeordnete Form zur Benennung des „Ganzen“, sachlich und inhaltlich durchaus angemessen und korrekt.
Wie die Skizze weiter zeigt, wird die Unterscheidung der Bereiche der Schulsozialarbeit durch die §§ 11 und 13 SGB VIII definiert. Diese Bereiche gehören zu den Leistungen des SGBVIII. Jedoch handelt es sich in beiden Fällen um Leistungen ohne subjektiven Rechtsanspruch. Sowohl freie Träger, als auch öffentlichen Träger sind in der Lage, die Leistung in beiden Bereichen zu erbringen.
Über die Rangfolge entscheidet hier das Subsidiaritätsprinzip, das in §4 SGBVIII definiert ist und die öffentliche Jugendhilfe in Abs. 1 auffordert, mit der freien Jugendhilfe, zum Wohle junger Menschen zusammenzuarbeiten. Abs. 2 besagt, dass die öffentliche Jugendhilfe von eigenen Maßnahmen absehen soll, wenn geeignete Einrichtungen und Dienste von Trägern der freien Jugendhilfe zur Verfügung stehen.

Bezogen auf die Praxis könnte diese Aussage so verstanden werden, dass z.B. die Durchführung von Arbeitsgruppen im Bereich der Betreuung des offenen Ganztags an Schulen, vorrangig durch freie Träger, wie z.B. Musikschulen, Sportvereine oder Volkshochschulen übernommen werden sollte und nicht primär durch die Mitarbeiter der öffentlichen Jugendhilfe, wie z.B. durch Mitarbeiter in Jugendzentren unter öffentlicher Trägerschaft.

5.1. Rechtliche Rahmenbedingungen

Wird Schulsozialarbeit durch Mitarbeiter einer Institution der öffentlichen Jugendhilfe geleistet, besteht durch § 81 SGBVIII die Verpflichtung, zur Zusammenarbeit mit der Schule. Im SGBVIII findet man an drei Stellen einen Bezug von Jugendhilfe auf Schule, innerhalb der rechtlichen Grundlagen.
• §11, Abs.3, Satz 3 (schulbezogene Jugendarbeit)
• § 13, Abs.1 (schulbezogene Jugendsozialarbeit)
• § 81 (Zusammenarbeit mit Schulen und Stellen der Schulverwaltung)
(vergl. Henschel/Krüger/Schmitt/ Stange (Hrsg.), 2009)

Die rechtlichen Grundlagen der Schule sind im Schulgesetz geregelt. Den Hinweis auf Zusammenarbeit von Schule mit anderen Stellen, findet man z.B. für Schleswig-Holstein in
• § 3, Abs.3 Schulgesetz Schleswig-Holstein (SchulG S-H.)
Innerhalb des Ersten Gesetzes zur Ausführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes des Landes Schleswig-Holstein (Jugendförderungsgesetz JuFöG) wird innerhalb des § 12 explizit auf die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe hingewiesen.
§ 12 (Schul- und arbeitsweltbezogene Jugendarbeit) besagt in Abs. 3, dass die unterschiedlichen Lebensräume Schule, Arbeitswelt, Familie und Freizeit, verbunden werden sollen. (vergl. Jugendförderungsgesetz - JuFöG – 1992)

Interessant für die praktische Umsetzung der Jugendsozialarbeit an Schulen ist in diesem Zusammenhang auch die Aussage innerhalb des §10, SGBVIII, „Verhältnis zu anderen Leistungen und Verpflichtungen“.
Im Vergleich zu § 81, aus dem die Verpflichtung zur Zusammenarbeit mit anderen Stellen, also in diesem Fall mit Schule, hervorgeht, ist in § 10 Abs. 1 zu lesen, „[…] Auf Rechtsvorschriften beruhende Leistungen anderer dürfen nicht deshalb versagt werden, weil nach diesem Buch entsprechende Leistungen vorgesehen sind.“
Diese Aussage ist sehr allgemeingültig formuliert, wodurch jedoch auch die Bereiche Schule und Schulverwaltung angesprochen werden. Jugendhilfe-Angebote sind somit nachrangig, gegenüber den gesetzlich festgelegten Leistungen, die z.B. durch Schule erfüllt werden müssen. Dies gilt auch für den Bereich der pädagogischen Betreuung, der u.a. sowohl die Deckung des Betreuungsbedarfs, als auch die Förderung bedürftiger Schüler beinhaltet.
Diese Tatsache ist hilfreich um den Kooperationsumfang des Jugendhilfepartners gegenüber der gesetzlichen Zuständigkeit der Schule einzugrenzen.
Unterstützung durch Jugendhilfe sollte also erst dann erfolgen, wenn Schule keine Möglichkeiten oder Ressourcen mehr aufbringen kann, die zur Erfüllung ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben notwendig sind.
Im Hinblick auf die ganzheitliche, sozialräumliche Bildung der jungen Menschen und gemessen an der jeweiligen Zielsetzung beider Institutionen, scheint eine Verortung von Jugendhilfe-Partnern in der Schule jedoch in jedem Fall erstrebenswert, notwendig und sinnvoll. Schulsozialarbeit bekommt durch diese Tatsache eine gewichtige Bedeutung im Schulalltag und arbeitet mit spezifisch an den Bedürfnissen der Schüler ausgerichteten Zielen.

5.2. Ziele der Schulsozialarbeit

Gemessen an den Zielen der Jugendhilfe-Teilbereiche aus § 11 und § 13 SGBVIII, können die Ziele der Schulsozialarbeit als eine „Gesamtheit“ oder Kombination dieser bezeichnet werden. Übergeordnetes Ziel der Schulsozialarbeit ist, ausreichend Hilfe und Unterstützung für die Schüler zur Verfügung zu stellen, damit diese effektiv, befriedigend und akzeptabel ihre Rolle als Schüler ausführen können. Hierfür arbeiten Fachkräfte der Sozialen Arbeit und Pädagogik gemeinsam innerhalb des Umfeldes der Schüler und fördern so die Beschulungsfähigkeit, Lernfähigkeit und Lernbereitschaft. Dies bezieht sich auf alle Schüler, egal ob Defizite bestehen oder nicht.
Der Selektionscharakter der Schule soll durch Einzelfallhilfen, soziale Gruppenarbeit und Arbeit im Sozialraum innerhalb der Lebenswelt Schule aufgefangen werden. Stigmatisierungstendenzen soll entgegengewirkt werden.


Der Landesarbeitskreis für Schulsozialarbeit in Schleswig-Holstein beschreibt folgende Ziele:
• „Verbesserung der Lebens- und Lernbedingungen von Kindern und Jugendlichen
• Verbesserung des Schulklimas
• Verbesserung der Möglichkeiten zur Teilhabe an Bildung
• Förderung der Persönlichkeitsentwicklung von Schülerinnen und Schülern
• Förderung von Sozialkompetenzen, Konfliktfähigkeit und konstruktiver Konfliktlösungen
• Förderung der Kommunikationsfähigkeit
• Förderung der interkulturellen Kompetenzen
• Förderung der Berufs- und Lebensplanung
• Unterstützungen bei Krisen in Schule, Familie, Peergroup
• Beratung von Lehrerinnen und Lehrern in sozialpädagogischen Fragen
• Vermittlung zwischen Elternhaus und Schule bei Konflikten
• Motivierung von Eltern zur Mitwirkung an Schule
• Förderung der Erziehungskompetenz von Eltern
• Vermittlung von Schülerinnen und Schülern oder Eltern, in außerschulische Fachinstitutionen
• Verankerung sozialpädagogischer Inhalte im Schulprogramm, -profil
• Vernetzung und Öffnung der Schule im Sozialraum
• Entwicklung eines sozialpädagogischen Schulprofils
• Schulsozialarbeit will nicht nur intervenieren, sondern vor allem präventiv wirken“
(Landesarbeitskreis für Schulsozialarbeit in Schleswig-Holstein, 2009)

Um diese Ziele zur erreichen, sollte ein angemessener Personalschlüssel, orientiert an der Größe der Schule und Zahl der Schüler, eine umfangreiche berufliche Qualifikation der Schulsozialpädagogen, ausreichend Räumlichkeiten, adäquate Ausstattung, Etat und ein individuell auf die Schule abgestimmtes Konzept vorhanden sein.

6. Schule im Ganztag/Lebenswelt Schule
6.1. Ganzheitliche Bildung

Bildung wird als ganzheitlicher Vorgang betrachtet, der die gesamte Lebenswelt der jungen Menschen mit einbezieht. Ganzheitliche Bildung ist ein Ergebnis vieler auf den Schüler einwirkender Ursachen. Ganzheitliche Bildung bezieht das soziale Zusammenleben der Menschen mit ein und beinhaltet eine gerade für die Jugendarbeit grundlegende „Geselligkeitsdimension“. Damit gemeint ist das Verhältnis des einzelnen Menschen zur und innerhalb der sozialen Gemeinschaft. Jenseits von Familie und Schule ist für Kinder und Jugendliche ein gemeinsames Leben, das erfüllt ist mit freier Tätigkeit und Spiel, bildungswirksam und Teil des Selbstbildungsprozesses.
Ganzheitliche Bildung beinhaltet auch, die durch die Jugendlichen selbst zu gestaltende Organisation ihres gesamten Lebensprozesses. Hierbei spielt die Gestaltung von Räumen und des sozialen Lebens in diesen, eine große Rolle.
Dazu gehört die Versorgung mit Getränken und Essen genauso, wie das gesellige Zusammensein, z.B. beim gemeinsamen Mittagstisch.

6.2. Was brauchen Jugendliche in der Ganztagsschulbetreuung?

Lebensweltorientierte Jugendarbeit und ganzheitliche Bildung erfolgt am besten dort, wo sich Kinder und Jugendliche sowieso aufhalten, nämlich in der Schule. Innerhalb eines ganzen Tages mit einseitig verschulten Strukturen, wird die jugendkulturelle Seite von Schule nicht ausreichend und kompetent genug bedient. Jugendarbeit leistet hier einen wertvollen Beitrag um „Geist, Körper und Seele“ der jungen Menschen zu animieren.
Innerhalb der Ausgestaltung des offenen Ganztags an Schulen, in dem sich sowohl die Schüler als auch die involvierten Erwachsenen aufhalten, muss also der Blick auf den Menschen in seiner Gesamtheit gerichtet werden.

6.3. Unter welchen Voraussetzungen bleibt man gerne ganze Tage in der Schule?

Ausgegangen von unseren eigenen menschlichen Bedürfnissen stellen wir fest, dass sowohl für das psychische, als auch primär für das physische, also das leibliche, Wohl gesorgt werden muss. Außerdem braucht der Mensch Zeit für Aktivität und Zeit für Ruhe. Raum um Kontakt zu anderen zu finden und Raum zum Alleinsein. Den Blick auf die Kinder und Jugendlichen gerichtet, kann man die Voraussetzungen, die Schule innerhalb des Ganztags erfüllen sollte, folgendermaßen zusammenfassen:

Kinder und Jugendliche/Schüler brauchen im Ganztag u.a.:
• Selbst gestaltete Räume, offene Situationen
• Beratung, Hilfe in schwierigen Situationen
• Fachunterricht
• Freizeitangebote
• Lernförderung
• physisches Wohlbefinden, z. B. Verpflegung, Bewegung
• Erfahrungen in realen Herausforderungen
• Begleitung, Zuwendung
• Jugendliche möchten sich zurückziehen können, ständige Beobachtung ist anstrengend
• es muss Zeitphasen geben für selbst bestimmte Tätigkeiten
• Bewegung ist zu ermöglichen
• attraktive, herausfordernde Aufgaben, die auch an Grenzen führen, müssen konstruiert werden; Motivation spielt eine erhebliche Rolle
• Lust, Freude, Spaß und Unbeschwertheit dürfen nicht fehlen

Ein Angebot der Jugendhilfe innerhalb der Schulsozialarbeit ist die Betreuung eines „Pädagogischen Mittagstisches“.
Unter einem „pädagogischen Mittagstisch“ versteht man üblicherweise ein familienergänzendes Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche. Unter Betreuung durch eine ausgebildete, pädagogische Fachkraft nehmen die Schüler gemeinsam ihr Mittagessen ein und haben im Anschluss die Möglichkeit des freien Spieles oder der betreuten Erledigung ihrer Hausaufgaben. Die Zeiten für den betreuten Mittagstisch werden für den Bereich der Schul-Mensa durch die Schulleitung zusammen mit dem Lehrerkollegium festgelegt. Es muss im Sinne der Schule sein, den zeitlichen Rahmen so zu wählen, dass die meisten Schüler in den Genuss einer warmen Mahlzeit an den Angebotstagen kommen. Um diese Zeitfenster festzulegen, muss gemeinsam über eine sinnvolle Strukturierung und Rhythmisierung des Schul-Ganztags nachgedacht werden. Oben genannte Faktoren sollten hierbei berücksichtigt werden.

6.4. Wie kann der Ganztag in der Schule strukturiert werden? Zeiten und Rhythmisierung

Lern- und Bildungsprozesse finden innerhalb des offenen Ganztags nicht nur im Unterricht, sondern auch durch außerunterrichtliche Angebote innerhalb des Schulgebäudes statt. Kinder und Jugendliche halten sich im Gegensatz zur herkömmlichen Halbtagsschule, wesentlich länger in der Schule auf. Schule im Ganztag ist Lern- und Lebensort zugleich. Innerhalb der Rhythmisierung eines „Ganztages“ an der Schule müssen die beiden Aspekte „Lernort und Lebensort“ sinnvoll miteinander verknüpft werden. Kinder und Jugendliche brauchen innerhalb ihrer Bildungsprozesse klar gegliederte Strukturen und Ordnung. Ein Wechsel zwischen Spannung und Entspannung, Orientierung und Verlässlichkeit, Fremdbestimmung und Selbstbestimmung, Freiwilligkeit und Pflicht muss innerhalb der Strukturierung eines Schul-Tages bedacht werden. Rhythmisierung bedeutet, den Schulalltag auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler abzustimmen.
Fragen zur Gestaltung der Mittagszeit, der Raumgestaltung, zu der Umstellung des Stundentaktes, zur Unterrichtsentwicklung (Wechsel von freier Arbeit, Projektunterricht und epochalem Unterricht), zu individuellen Lernzeiten, zu Förderangeboten, zur Erledigung der Hausaufgaben und zur Einrichtung von Lernwerkstätten müssen hier gemeinsam erörtert, diskutiert und beantwortet werden.

6.5. Eltern im Ganztag

Jede Schule lebt durch aktive Eltern. Eltern gestalten Schule umfassend mit, in direkter oder indirekter Form. Eltern übernehmen Dienste, planen innerhalb von Schul- oder anderen Gremien z.B. Projekte für Schüler und zeigen im Ganztag Engagement bei der Gestaltung und Durchführung an Mittags- oder Nachmittagsangeboten. Eine gute Elternarbeit durch Informationsaustausch und Kontaktpflege schafft für den Schulganztag wertvolle Ressourcen.
Aktive Eltern stellen eine Bereicherung des Schullebens dar. Sie verfügen häufig über Kompetenzen und Fähigkeiten im handwerklichen oder künstlerisch-kreativen Bereich oder besitzen berufliches Wissen. Auch existieren Kontakte zu Vereinen, Institutionen und Organisationen. All diese Ressourcen könnten zum Wohle der Kinder in das Ganztagsangebot eingebracht werden.
Eltern stellen hohe Anforderungen an Ganztagsschulen. Um Familie und Beruf vereinbaren zu können, erwarten Eltern ein verlässliches Betreuungsangebot für ihre Kinder. Gleichzeitig fordern sie individuelle Förderung und Unterstützung innerhalb ihrer Erziehungsverantwortung. Bei der Gestaltung des Ganztagsangebotes einer Schule sollten die Wünsche und Interessen der Eltern berücksichtigt werden. Eltern sind Experten für ihre Kinder und sollen an deren Entwicklungsprozess beteiligt werden.
„Eltern sind Partner im Erziehungs- und Bildungsprozess, in der Entwicklung des Profils der Einrichtung, in der Öffnung der Schule in die Gesellschaft und in der bildungspolitischen Arbeit. Sie bringen ihre Fachwissen und ihre Erfahrungen in den gemeinsamen Erziehungs- und Bildungsprozess der Kinder ein.“ (Diakonisches Werk, 2006)
Die Zufriedenheit der Eltern mit dem Angebot innerhalb des Ganztags ist ein entscheidender Faktor für die Reputation und Qualitätsentwicklung der Schule.

7. Kompetenzbereich und Zuständigkeit

7.1. Pädagogische Fachkräfte der Jugendhilfe

Die Stärken und Schwerpunkte der Jugendarbeit liegen in den persönlichkeitsbildenden, sozialen, kommunikativen und handlungspraktischen Feldern.
Kompetenzen, die Jugendarbeit einbringt, sind:
• Kenntnisse der außerschulischen Lebenswelt
• Schulumfeldbezogene Informationen
• Wahrnehmung von Lebenssituationen
• Vertrautheit mit den Jugendkulturen
• Beteiligung (Partizipation) der jungen Menschen
• abwechslungsreiche, aktivierende Methoden
• Team-, Konzeptions- und Managementfähigkeiten

7.2. Verwaltung

Die Kompetenzen, die Verwaltung/Schulträgerschaft einbringt, sind auszugsweise aus dem Schulgesetz von Schleswig-Holstein §48 entnommen. Steht der Jugendhilfepartner unter öffentlicher Trägerschaft, so ist die hier gemeinte Verwaltung auch oftmals gleichzeitig die Vertretung der Jugendhilfeträgerschaft.

Kompetenzen, die Verwaltung/Schulträgerschaft einbringt, sind:
die Schulgebäude und -anlagen örtlich planen und bereitstellen (z.B. auch die Einrichtung eines Mensa-Betriebes)
• Stellung von Verwaltungs- und Hilfspersonal
• Deckung des Sachbedarfs des Schulbetriebes
• die Ausstattung und Unterhaltung der Schulgebäude und -anlagen
• Regelung der Benutzung anderer Gebäude für schulische Zwecke (z.B. Sporthallen)
• die Betreuung der Schülerinnen und Schüler in Ganztagsschulen und Zuschüsse zu ihrer Verpflegung,
• die Versicherung oder einen versicherungsähnlichen Schutz bei Unfällen in der Schule oder bei Schulveranstaltungen
(vergl. Schulgesetz von Schleswig-Holstein §48)

7.3. Schule

Kompetenzen, die Schule einbringt, sind:
• Lehre und Unterricht, Arbeitsvermögen
• Prüfungen, Berechtigungen, Schulabschluss
• Systemstabilisierende Normen, Werte und Interpretationssysteme
• Experten für schulische Bildungsprozesse
• Frühzeitige Thematisierung der Berufsorientierung
• Information über vorhandenes Berufsspektrum
• Berufsorientierende Projekte
• Organisation von Praktika
• Kontaktpflege zu Unternehmen

7.4. Arbeitsgruppen-Leiter

Als Arbeitsgruppen-Leiter werden hier internes und externes Personal bezeichnet, welches innerhalb des Schulganztages Kurse für die Schüler durchführt und die Teilnahme an diesem Angebot auf freiwilliger Basis überwiegend im Nachmittagsbereich erfolgt. Die Arbeitsgruppen-Leiter können aus verschiedenen Trägerschaften stammen, so z.B. Trainer aus Sportvereinen, Referenten aus Volkshochschulen, Lehrer aus Musikschulen usw.

Kompetenzen, die durch Arbeitsgruppen-Leiter eingebracht werden, sind:
• Vernetzung im Gemeinwesen
• Fachkompetenz der durchführenden Einrichtungen
• Lebensnähe zu den Themen und zu Schülerinteressen
• Bewusstheit über eigene Stärken und Leistungen
• Hinreichende Mittelausstattung
• Vielseitiges Angebot je nach Interessenlage und Neigung der jungen Menschen
• Additiver Beitrag zu Unterrichtsangeboten, z.B. im musisch- kreativen Bereich, spezielle Sportangebote
• Personen in der Durchführung von AGs, die Spaß und Freude an der Arbeit mit Schülern haben und dies gerne tun
• Interkulturelle Zusatzangebote, wie z.B. lernen von Fremdsprachen, die nicht zum Lehrplan gehören
• Arbeit in Kleingruppen

7.5. Ehrenamt

Der Begriff „Ehrenamt“ kann folgendermaßen definiert werden:
„Ehrenamtliche Tätige sind Bürger, die sich, ohne durch verwandtschaftliche Beziehungen oder durch ein Amt dazu verpflichtet zu sein, unentgeltlich oder gegen eine geringe Entschädigung für Aufgaben in der sozialen Arbeit zur Verfügung stellen.“ (Bock, 1993)
Obwohl die Definition darauf hinweist, dass ehrenamtliche Tätige ohne verwandtschaftliche Verpflichtungen agieren, soll hier für den Bereich „Ehrenamt“ dennoch die Tätigkeit der Eltern neben sonstigen Privatpersonen (z.B. Angehörigen, engagierte Senioren, Jugendleitern, Peer-Trainern, Scouts, helfenden Mitschülern usw.) innerhalb des Schulbetriebes mit einbezogen werden:

Kompetenzen, die durch das Ehrenamt eingebracht werden, sind:
• Die „Ressource Mensch“, mit seiner Arbeitskraft und seinen persönlichen Stärken und Interessen und Freude an der Arbeit mit Schülern
• Vermittlung von Alltagskompetenzen, z.B. kochen lernen, Hauswirtschaft, Naturlehre
• Vernetzung im Gemeinwesen und Hilfeleistung innerhalb des Sozialraumes
• Kostenersparnis durch nicht vergütete Tätigkeiten und Einbringen von Sachspenden (z.B. Lebensmittel bei Schulveranstaltungen, Betreuung des Pausen-Kiosks, Bewirtschaftung der Schulküchen und Mensa, Begleitung bei Ausfahrten und zusätzliche Betreuung der Schüler)
• Peer to Peer Unterstützung
• Vorbildfunktion durch das Vorleben von Gemeinwesen-orientiertem Verhalten und dadurch Motivation für die Schüler, dies auch zu tun

8. Kooperation, Kommunikation und Partizipation

8.1. Was beinhaltet der Begriff Kooperation

Um das gesamte System zu verstehen, ist es wichtig, nicht vom Begriff der Schulsozialarbeit, sondern vom Begriff der Kooperation auszugehen. Wer kooperiert hier mit wem und warum zu welchen Themen?
Bei Kooperation geht es um die Zusammenarbeit zweier prinzipiell selbstständiger Institutionen. Schulsozialarbeit, als Handlungsfeld und Teilbereich der Jugendhilfe umschließt nicht die gesamte Kooperation. Schulsozialarbeit ist innerhalb der Kooperation mit Schule, lediglich eine spezielle Form der Zusammenarbeit beider Institutionen.

Schule muss sich darüber bewusst sein, dass Jugendarbeit aufgrund ihrer Zielgerichtetheit zwar eine andere Profession darstellt, jedoch einen nicht weniger fachlichen Arbeitsstil, als z.B. die Lehrkräfte, besitzt.
Jugendarbeit hat das Interesse, nicht nur unter dem Befehl von Schule Hilfsdienste zu erfüllen. Jugendarbeit möchte, basierend auf ihrer fachlichen Grundlage, innerhalb der Kooperation den Blick auf die jungen Menschen richten, Ganztagsschultage als Lebenswelt positiv gestalten, Schule im Sinne der Schüler konstruktiv beeinflussen und diese unterstützen.

Im Zentrum stehen wir als Personen. Deshalb arbeiten wir gerne mit Menschen zusammen, die uns ernst nehmen, anerkennen und einbeziehen. Kooperation wird erschwert oder ist nicht möglich, innerhalb eines Arbeits-Klimas, das geprägt ist von Angst, fachlicher Entwertung und gegenseitigem Misstrauen.

Kooperation dient der Koordination von Aufgabenbereichen und der gegenseitigen Absprache von Verhaltensweisen innerhalb der Bewältigung akuter Vorfälle oder sonstiger methodischer Vorgehensweisen.
Kooperative Gegenseitigkeit sorgt für eine gerechte Verteilung von Geben und Nehmen, berücksichtigt die jeweiligen, individuellen Interessen der Partner und sorgt für Gleichberechtigung der beiden Institutionen.

Zusammenarbeit bedeutet also, dass:
• ein gemeinsamer Gegenstand, ein Thema, eine Zielgruppe verbindet, (in diesem Fall die Schüler, die auch unsere Besucher sind)
• dialogische Austauschprozesse und Diskurse stattfinden, (z.B. auch zwischen Verwaltung/Schulträgerschaft, Schule und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit)
• Arbeitsergebnisse durch gemeinsame und arbeitsteilige Aktivitäten entstehen, z.B. durch gemeinsame Projekte, umfangreiche Ergänzung innerhalb der Betreuung und gegenseitige Unterstützung.

Erfahrungen zum Thema Kooperation zeigen:
• „Kooperation braucht einen Grund, z.B. wenn die Erreichung der individuellen Ziele nicht alleine bewältigt werden kann, die persönliche Belastung zu hoch geworden ist oder ressourcenorientierter gearbeitet werden soll
• Kooperation beginnt nur, wenn etwas als gemeinsame Aufgabe verstanden wird
• Nur mit dem Wissen darüber, was ein Kooperationspartner einbringen kann, ist es möglich, ein Miteinander zu erwägen und sich zueinander koordiniert zu verhalten
• Kooperation wird nur mit Kraft vollzogen und wiederholt, wenn die sozial-emotionalen Erfahrungen positiv waren und sind“ (Thimm, 2005)

Kooperation soll keine Gleichschaltung von unterschiedlichen Institutionen bedeuten. Die Differenz beider Professionen muss gewahrt werden um sich, gerade durch die differenten Zielsetzungen, innerhalb des Prozesses der ganzheitlichen Bildung junger Menschen umfangreich ergänzen zu können.
Die Zusammenarbeit zwischen zwei so unterschiedlichen Institutionen wie Schule und Jugendarbeit gelingt, wenn sie sich als gleichberechtigte Partner auf gleicher Augenhöhe begegnen und gemeinsam an Schnittmengen innerhalb der Zielsetzungen arbeiten.
Innerhalb einer gut funktionierenden Kooperation, ist die Bildung von gezielten Kommunikation- und Partizipationsstrukturen unumgänglich.
Gemäß §33 Abs. 2 des Schulgesetzes Schleswig-Holstein, liegt die gesamte Verantwortung für die Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrages, sowie für die Sicherstellung der Qualität schulischer Arbeit, bei der Schulleitung. Gerade im Bereich der Qualitätsentwicklung sollten jedoch alle Zielgruppen und Akteure zusammenwirken und innerhalb des Qualitätsentwicklungsprozesses beteiligt sein. Vertrauen entsteht durch gezielte vertrauensbildende Maßnahmen, dazu gehören umfangreiche Kommunikation, durch Transparenz, Austausch, Reflexion, Absprachen und die Schaffung klarer Strukturen. Die Kooperationspartner müssen innerhalb der Gestaltung von Prozessen gemeinsam planen und vertrauensvoll partizipieren dürfen.

8.2. Was beinhaltet der Begriff Kommunikation

Kommunikation ist allgegenwärtig und die Grundlage unseres sozialen Miteinanders. Kommunikation umfasst Gespräche, Telefonate, das Schreiben von Briefen oder E-Mails, lesen, fernsehen und Radio hören usw. Kommunikation ist eigentlich „alles“. Nicht immer ist Kommunikation erfolgreich, da sich Menschen manchmal nicht verstehen. Gründe hierfür können sein, dass z.B. eine Aussage akustisch nicht verstanden wird oder Sprache und Zeichen, bzw. Inhalte, falsch interpretiert werden. Kommunikation kann auch misslingen, wenn sich Menschen nicht auf ihr Gegenüber einstellen können oder wollen.

Kommunikation innerhalb der Kooperation von Jugendhilfe und Schule sollte auf mehreren Ebenen stattfinden. Die Schaffung verbindlicher Ansprechpartner, die Teilnahme an regionalen Arbeitskreisen, regelmäßige gemeinsame Besprechungen zur Koordination der Kooperation, gegenseitige Informationsveranstaltungen im Tandem besuchen, Hospitationen durchführen und Austausch von Informationsmaterialien sind empfehlenswerte Methoden zur Bildung einer systemischen Kommunikationsstruktur. Schule und Jugendhilfe müssen sich füreinander öffnen um gut zu kooperieren und kommunizieren.
Füreinander öffnen meint, neben der Akzeptanz der Professionen und Bildung einer Vertrauensbasis auf das Expertenwissen des anderen, Teilhabe am Tun des anderen wertfrei zu ermöglichen.

Kommunikation und soziale Interaktion sind Bestandteile des sozialen Lernens und haben für die Entwicklung demokratischer Sensibilität und partizipativer Haltungen innerhalb der Gesellschaft eine große Bedeutung. Wenn man davon ausgeht, dass jeder Mensch sich seine eigene Wirklichkeit konstruiert und diese deshalb oft auch nicht infrage stellen kann, scheint demnach die uns umgebende Welt ein gemeinsames Sinnkonstrukt der daran beteiligten Menschen zu sein und kann nur durch diese in gemeinsamer Kommunikation fortentwickelt und verändert werden.

Es ist hilfreich, Kommunikationsstrukturen schriftlich zu vereinbaren und festzuhalten. Verbindliches Halten an die Abläufe der gemeinsam erstellten Kommunikationsstruktur ist eine wichtige Grundlage für Vertrauensbildung und beinhaltet die Möglichkeit, bei Personalwechsel in gewohnter Weise weiter zu verfahren.

8.3. Was beinhaltet der Begriff Partizipation

„Partizipation heißt, Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden.“ (Schröder, 1995)

Bereits innerhalb der Grundschule können alltagspartizipative Strukturen entwickelt werden um langfristig gesehen, eine partizipative Grundhaltung aller Beteiligten zu etablieren.
Folgende Aspekte sollten diese Grundhaltung kennzeichnen:
• „Verantwortung für sich selbst und die Gemeinschaft übernehmen
• Selbstwirksamkeit erleben
• die eigenen Bedürfnisse erkennen und kommunizieren
• die Bedürfnisse der anderen wahrnehmen
• Aushandlungsprozesse für alle transparent gestalten
• sich in der Gleichwürdigkeit begegnen
• respektvoll miteinander umgehen“. (Burfeind, 2008)

Am Ganztagsschulbetrieb sollten alle Beteiligten partizipieren. Schüler, Eltern, Lehrer, Jugendhilfepartner und sonstige Netzwerkteilnehmer.
Oben genannte Ziele können erreicht werden, wenn sich alle beteiligten Seiten regelmäßig über Inhalte, Methoden und Ziele der pädagogischen Arbeit austauschen und eine hohe Kooperationsbereitschaft besitzen. An der Gestaltung des Ganztages sollen die Schüler genauso beteiligt werden, wie die dort agierenden Erwachsenen.
Da die Struktur der Schule kaum Freiräume für eine selbstbestimmte Mitgestaltung bietet, kann Jugendhilfe hier einen wertvollen Beitrag leisten. Eltern, pädagogische Mitarbeiter und Lehrer/Schulleitung sollten eine “Erziehungspartnerschaft“ zum Wohle der Schüler bilden, an der diese auch teilhaben können.

9. Gelingende Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe

9.1. Kooperation als Angebot in der Schule

Haben Schule und Jugendhilfe, evtl. auch die kommunale (Schul-)Trägerschaft (Verwaltung), unterschiedliche Arbeitsmodelle im Kopf, die umgesetzt werden sollen, so kommt es zu erheblichen Unstimmigkeiten in der Zielsetzung/Leistungserwartung und dadurch auch nicht zu einer gelingenden Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe (nach gesetzlich verankerter Zielsetzung und Einhaltung der Qualitätsrichtlinien), sondern lediglich zu einer einseitig ausgerichteten Bedarfserfüllung.
Hier die geläufigsten Modelle im Überblick. Es ist sehr wichtig, sich gemeinsam auf ein Arbeitsmodell zu verständigen um im Kooperationsvertrag eine klare Struktur schaffen zu können.

Kooperationsmodelle:
Im Bereich der Schulsozialarbeit werden unterschiedliche Arbeitsmodelle praktiziert. Nicht jedes Modell ist ein „Kooperationsmodell“.

Integrations-Subordinationsmodell
Diese Form findet sich besonders bei schulischer (Landes-) Trägerschaft. Die Kräfte der Jugendhilfe sind hier meist direkt als Mitarbeiter des Landes angestellt.
Schulsozialarbeit hat primär für einen problem- und störungsfreien Ablauf innerhalb der Schule zu sorgen und wird überwiegend auf diese Funktion reduziert. Der Begriff „Integration“ meint hier, in vollem Umfang in der Schule integriert zu sein.
Homfeldt und Schulze-Krüdener differenzieren dieses Modell. Sie trennen in ihrer Beschreibung die Begriffe „Integration“ und „Subordination“ und beschreiben das „Subordinationsmodell“ folgendermaßen.

Subordinationsmodell
„Das Subordinationsmodell ordnet Jugendarbeit allein schulischen Zwecken unter. Dies geschieht zum Beispiel, wenn mit Hilfe der Jugendarbeit versucht wird, Kinder und Jugendliche zu reintegrieren, die von der Leistungsnorm der Schule abweichen. Die Jugendhilfe hilft Einzelnen an Übergängen und Konfliktstellen. In diesem Zusammenhang stehen sich Schule mit Funktionen der Selektion und die Jugendhilfe mit Funktionen der Integration gegenüber. Die Form der subordinativen Kooperation bezieht sich vor allem auf die Ebene der einzellfallbezogenen Maßnahmen und das defizitorientierte Eingreifen durch die Hilfen zur Erziehung. Es entsteht eine punktuelle Kooperation, die niedrigschwellige Maßnahmen und allgemeinpräventive, fördernde Maßnahmen der Jugendarbeit ausschließt. Das Verhältnis schulischer und außerschulischer Pädagogik bleibt in der Defizitorientierung verhaftet.“ (Homfeldt und Schulze-Krüdener, 2001)
Unter diese Definition würden die Methoden „Inselarbeit“ und „Trainingsraum“ subsumiert werden, die dem Grundsatz der Freiwilligkeit innerhalb der Jugendarbeit widersprechen.

Integrationsmodell
Olk und Speck sprechen in diesem Fall von einem rein additiven Modell, in dem Jugendarbeit und Schule nebeneinander herlaufen. Hier soll Schule als Lebensraum verstanden werden, der auch soziale Kompetenzen vermittelt. Zur festen Schulzeit kommen freiwillig zu nutzende Angebote für eine Teilschülerschaft hinzu. Diese Angebote können innerhalb des offenen Ganztags an der Schule stattfinden und umfassen Mittagsmahlzeit, Freizeit, Sport und Spiel, sowie Hausaufgabenhilfe, durch Personal unterschiedlicher Trägerschaft. Das Integrationsmodell soll eine Vorstufe zum Kooperationsmodell darstellen können. (Olk/Speck, 2001)

Distanzmodell
„Jugendhilfe und Schule bleiben bei diesem Modell zwei weitgehend voneinander getrennte Bereiche in jeweils eigener Trägerschaft. Dies gilt auch räumlich. Es gibt nur gelegentlich Kontakt, zum Beispiel bei der Hausaufgabenbetreuung oder bei der Planung einzelner gemeinsamer Veranstaltungen. Schulsozialarbeit hat bei diesem Vorgehen zwar ein hohes Maß an Autonomie, bleibt allerdings auch bei möglichen Veränderungen der schulischen Abläufe weitgehend ausgeschlossen.“ ( Henschel, 2009)
Pauli beschreibt das Distanzmodell vergleichsweise folgendermaßen:
„Das Distanzmodell beschreibt die schulischen und sozialpädagogischen Arbeitsfelder ohne strukturelle Verbindungen und kooperative Bezüge. Es handelt sich um ein additiv-duales System, in dem die Angebote der Jugendhilfe insgesamt auf freiwilliger Basis außerhalb schulischer Unterrichtszeiten und Räume, z.B. im Hort oder in Räumen der Jugendarbeit stattfinden. In dieser Form überwiegt die einzelfallbezogene Hilfe.“ (Pauli, 2009)

Kooperationsmodell
„Die Kooperation wird quasi vertraglich geregelt. Die Aufgabenbereiche von Schule und Jugendhilfe sowie von Lehrkräften und Sozialarbeitern bleibt unterschiedlich bei einem gleichen Grad an Wichtigkeit. Sie ergänzen sich jeweils fachlich. Gemeinsame Vorhaben stärken die Kooperation. Schulsozialarbeit verfügt trotz eigenständiger Trägerschaft über Räume in der Schule. Schulsozialarbeiter haben dadurch einen eigenen Zugang zu den Lernenden und sind in der Lage, für sie auch gegen die Schule Partei zu ergreifen.“ (Henschel, 2009)
Durch die Beschreibung dieses Modells durch Pauli, erfolgt noch folgende Ergänzung.
„Im Kooperationsmodell wird die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Sozialpädagogen auf der Basis gemeinsamer Arbeitszusammenhänge realisiert, beispielsweise gemeinsame Projekt- und AG-Gestaltung. Beide Berufsgruppen erkennen handlungsbezogene Gemeinsamkeiten und ergänzen sich hinsichtlich der unterschiedlichen professionellen Ausgestaltung.
Gemeinsam verständigen sie sich über die pädagogischen Ziele und stellen die Konzepte für Bildungsprozesse auf. Auch die Durchführung kann gemeinsam erfolgen. Dies ermöglicht eine größtmögliche Öffnung der Maßnahmen und der Bildungsmaßnahmen auf der Ebene der Subjektbildung in formellen, nicht formellen und informellen Prozessen für alle Kinder und Jugendlichen.“
(Pauli, 2009)
Die professionellen Kompetenzen können sich innerhalb des Kooperationsmodells ergänzen. Es sind sowohl einzelfallbezogene, niedrigschwellige als auch präventive Maßnahmen für alle Kinder und Jugendlichen möglich.

Es sollte angestrebt werden nach dem Kooperationsmodell zu arbeiten. Dieses Modell scheint aufgrund der Ergänzung und Zusammenwirkung der Professionen, das einzige, indem über längere Zeiträume eine kontinuierliche Verbesserung bezüglich der sozialen Kompetenz und besseren Beschulbarkeit der Schüler umgesetzt und verwirklicht werden kann. Hier gehen Schule und Schulsozialarbeit nach den §§ 11 und 13 Hand in Hand und arbeiten sinnstiftend und zielführend zusammen an der ganzheitlichen Bildung der jungen Menschen.
Jedoch könnten Schule und Kooperationspartner sich in gemeinsamen Koordinationsgesprächen auf ein angestrebtes, den jeweiligen Zielen innerhalb der Kooperation entsprechendes, passendes Modell verständigen, das dann in der Schule zum Einsatz kommen soll.
Entsprechend der Auswahl des Modells, wird ein individueller Kooperationsvertrag erarbeitet und abgeschlossen, sowie ein individuelles Arbeits-Konzept erstellt.
Verwaltungsinhalte, die ökonomischer Steuerung dienen, dürfen sich aufgrund ihres Umfangs nicht qualitätsmindernd auf soziale Arbeit auswirken.
Der Kooperationspartner Jugendhilfe sollte der Schule innerhalb der Kooperation, idealerweise beide Bereiche der Schulsozialarbeit zur Verfügung stellen können um ganzheitlich für alle jungen Menschen, auch für die, die besonderer Unterstützung bedürfen, da zu sein. Die Inhalte nach § 13 (schulbezogene Jugendsozialarbeit), defizitorientiert ausgerichtet und den Übergang von Schule zum Beruf unterstützend, sollten durch einen Sozialarbeiter/Sozialpädagogen ermöglicht werden und die Betreuung innerhalb der offenen Ganztagsangebote, die nach §11 (schulbezogene Jugendarbeit) erfolgt und sich an alle Schüler richtet, sollte durch ausgebildete Erzieher geleistet werden.

Idealerweise sollte die Trägerschaft alle sozialpädagogischen Mitarbeiter, die durch ihr Anforderungsprofil mit Schule offiziell in Berührung kommen, als „Jugendhilfeteam“ zusammenschließen, das durch einen Koordinator strukturiert wird. So wird gemeinsamer Austausch, Vertretung und Vernetzung der Schulsozialarbeit innerhalb einer Kommune möglich.
Kooperation gelingt, wenn klare Ziele, Strukturen und gemeinsame Arbeitsziele zusammen erörtert, vereinbart und festgeschrieben werden, jedoch jede Profession in ihrer Eigenständigkeit bestehen bleiben kann. Anerkennung, Vertrauen und Respekt sollten als gemeinsame Basis verstanden werden. Partizipation und Kommunikation sind keine Methoden, sondern persönliche Grundhaltungen. Dieses demokratische Grundverständnis für ein gemeinsames Miteinander sollten bereits bei den jüngsten Menschen angelegt werden, damit sich diese zu Gemeinwesen- orientierten, liebevollen Erwachsenen voller Respekt und Offenheit für die anderen Menschen entwickeln können, für die z.B. „Partizipation“ keinen Begriff mehr darstellt über den gesprochen werden muss, sondern einen selbstverständlichen Handlungsprozess bedeutet.
Schulsozialarbeit darf keine „Einzelkämpferrolle“, meist in Person des §13 Mitarbeiters darstellen und Zusammenarbeit muss auf einer Augenhöhe stattfinden.
Dies könnte z.B. durch die Schaffung einer gut strukturierten Steuerungsgruppe erfolgen.
Eine „Steuerungstrias“, bestehend aus sozialpädagogischem Koordinator/Fachberater/Teamleiter, Schulleitung mit Kooperationslehrern und Vertreter der Schulträgerschaft, informieren sich, tauschen sich aus und sorgen für Transparenz innerhalb der unterschiedlichen Sachgebiete. Die Schulleitung und die Team-Leitung der Schulsozialarbeit besprechen alles nötige, was innerhalb der pädagogischen Zielsetzung förderlich zu einer ganzheitlichen Bildung der Schüler, einer guten Organisation und einer gelingenden Kooperation beiträgt. Die Schulträgerschaft (bzw. Leitung Sachgebiet Schule) wird regelmäßig, das Aufgabengebiet (§48 SchulG. S.-H., Umfang der Aufgaben Schulträger) betreffend informiert.
Die durch Schulleitung und Team-Leitung besprochenen Inhalte, werden durch diese an die jeweils zuständigen Mitarbeiter und Lehrer weitergegeben, mit diesen innerhalb der Bereiche diskutiert bzw. Aufgabenbereiche delegiert und weitere Innovationen gegebenenfalls wieder ins pädagogische Leitungs-Team gegeben und neu überdacht. Dieses Vorgehen wird von Verfasserin als Kommunikations-/ Partizipationszirkel bezeichnet. Dieses Struktur-Modell ist auf alle Schulen, je nach Größe und personeller Ausstattung, übertragbar. Die Aufteilung der Zuständigkeitsbereiche, die jeweils zuständigen Ansprechpartner und das Strukturmodell an sich, sollten durch die Trägerschaft gegenüber den Schulleitungen mitgeteilt und vertreten werden. Um nach diesem Strukturmodell arbeiten zu können, sollte ein pädagogisches Team mit ausreichend Personal für die Abdeckung der erforderlichen Jugendhilfebereiche (§§11 und 13) zur Verfügung gestellt werden.

10. Geheimhaltung und Datenschutz

Fallbezogene Daten werden nach gesetzlichen Bestimmungen (§§62 - 65 SGBVIII)
erhoben, bzw. ausgetauscht.
Schulsozialarbeiterinnen/Schulsozialarbeiter sind in der Regel staatlich anerkannte
Sozialarbeiter, Sozialpädagogen oder Berufspsychologen. Damit unterliegen sie –
unabhängig vom Anstellungsträger – der Verschwiegenheitsverpflichtung nach
§ 203 Strafgesetzgesetzbuch (StGB). Die ihnen bekannt gewordenen Informationen
dürfen die Schulsozialarbeiterinnen/Schulsozialarbeiter, sofern sie den in § 203 StGB
genannten Berufsgruppen angehören, nicht ohne Einwilligung der oder des Betroffenen offenbaren.
Die Verwaltung und Archivierung der Daten unterliegt den datenschutzrechtlichen Bestimmungen.



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Verfasser: © Claudia Beyer
Henstedt-Ulzburg, 14.05.2011
Überarbeitet: 11.10.2014
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Zuletzt geprüft am 15.05.2011

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Thimm, Karlheinz (2006, [2006): Ganztagsschule gemeinsam gestalten. Ein Praxisheft zum Wettbewerb "Zeigt her Eure Schule - Kooperation mit ausserschulischen Partnern". Berlin: DKJS. Online verfügbar unter http://www.worldcat.org/oclc/180730971.

Vogelsaenger, Stefanie; Vogelsaenger, Wolfgang (2008): Partizipation als gelebte Gestaltung des Schulalltags. Bildungschancen gemeinsam verwirklichen ; Hintergründe und Praxisbeispiele ; thematisches Netzwerk "integrierte Bildungslandschaften". 1. Aufl. Berlin: DKJS. Online verfügbar unter http://www.worldcat.org/oclc/311080751.

Wildfeuer, Wolfgang (2009): Partizipation in der Ganztagsschule. Bezüge, Anregungen, Beispiele ; ein Praxisheft zum Wettbewerb "Zeigt her Eure Schule" im Schuljahr 2007/2008. Berlin: DKJS. Online verfügbar unter http://www.worldcat.org/oclc/458768849.

Wulfers, W. (1996). Schulsozialarbeit. Ein Beitrag zur Öffnung, Humanisierung und Demokratisierung der Schule. Hamburg: AOL

Zeller, Maren (op. 2007): Die sozialpädagogische Verantwortung der Schule. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren. Online verfügbar unter http://www.worldcat.org/oclc/494178613.


Online-Quellen:

Schulgesetz Schleswig-Holstein, Landesregierung Schleswig-Holstein, (2011);
Schleswig-Holsteinisches Schulgesetz (Schulgesetz - SchulG) vom 24. Januar 2007; letzte berücksichtigte Änderung: mehrfach geändert (Art. 1 Ges. v. 28.01.2011, GVOBl. S. 23, Ber. 2011, S. 48): Online verfügbar unter:
http://www.gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de/jportal/?quelle=jlink&query=SchulG+SH&psml=bsshoprod.psml&max=true
Zuletzt geprüft am 18.05.2011

Erstes Gesetz zur Ausführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (Jugendförderungsgesetz - JuFöG -) vom 5. Februar 1992; Fundstelle: GVOBl. 1992, S. 158; Online verfügbar unter:
http://www.schulrecht-sh.de/texte/j/jugendfoerderungsgesetz/jugendfoerderungsgesetz.htm
Zuletzt geprüft am 18.05.2011





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