CBC-Claudia Beyer

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Kreatives und Fachliches

Mein Blog...
...ist sowohl eine Ansammlung von eigenen kreativen Werken, die ich im Laufe meines bisherigen Lebens in unterschiedlicher Methodik geschaffen habe, als auch eine Ansammlung fachlicher Impulse.
Beobachtungen, Interpretationen und thematische Ausarbeitungen.

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Methodische Aufarbeitungen von Erlebnissen aus Beruf und Privatleben

Haltung, Prinzipien, Visionen

Familienpolitik

Fachliche Themen SozialwesenGeschrieben von Claudia Beyer So, Februar 17, 2019 18:23:43
Familienpolitik

I. Einleitung

Familien mit Kindern bilden die Grundlage für eine langfristige stabile wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Familien sind elementares Kraft- und Lebenszentrum. Familien sichern durch die Erziehung von Kindern den Fortbestand der Gemeinschaft. Die heutigen Rahmenbedingungen werden der Situation von Familien nicht mehr gerecht. Vor allem allein Erziehende drohen durch die Erziehung der Kinder zu Sozialhilfeempfängern zu werden. Das Pro-Kopf-Einkommen eines Ehepaares mit 2 Kindern ist laut statistischen Erhebungen nicht einmal halb so hoch, wie das eines Ehepaares ohne Kinder.
Kurz vor den Wahlen steht die Familie bei den Parteien hoch im Kurs. Familienpolitik gilt nunmehr als ein zentrales gesellschaftspolitisches Thema.

II. Ziel der Familienpolitik

Das Ziel der Familienpolitik ist es, Bedingungen zu schaffen, die eine Entscheidung für das Leben in der Familie begünstigen.
Die Entscheidung für Kinder da zu sein, im Haus zu arbeiten und für die Familie zu sorgen, darf nicht länger gegenüber anderen beruflichen oder persönlichen Entscheidungen benachteiligt werden.

III. Beschreibung „Familienpolitik“

1. Allgemeines

Familienpolitik in Deutschland ist vor allem Umverteilung von Geldmitteln zugunsten von Familien auf Kosten der Gesamtbevölkerung, damit diese ihre Aufgaben im Sinne der Allgemeinheit erfüllen können.
Familienpolitik möchte die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Förderung der Kinder und Bewußtmachung ihrer Bedeutung für unsere Zukunft, die Erziehungsrolle der Eltern definieren sowie die Beziehungen zwischen den Generationen stärken.

2. Funktion der Familie aus Sicht der Bundesregierung

Der Dritte Familienbericht der Bundesregierung fasst die wichtigsten Funktionen zusammen:
• die Haushaltsfunktion,
d.h. die Bereitstellung eines Rahmens für die Familie, innerhalb dessen sämtliche andere Funktionen überhaupt erst erfüllt werden können;
• die generative Funktion,
d.h. also die Funktion der Familie für die Erhaltung der Gesellschaft;
• die Erziehungsfunktion,
d.h. vor allen Dingen die Normübermittlung der Gesellschaft an die Kinder;
• die Platzierungsfunktion,
womit in erster Linie die Verantwortung der Eltern für die schulische und berufliche Entwicklung ihrer Kinder gemeint ist und
• die Erholungsfunktion,
die alle Aktivitäten zusammenfasst, die dazu dienen, dass die Familienmitglieder Erholung von ihrem Alltag finden

3. Familienpolitische Leistungen

Familienpolitische Leistungen teilen sich in
• Direkte Leistungen
• Indirekte Leistungen und
• Arbeitsrechtliche Leistungen.

Direkte Leistungen:

Die wichtigsten direkten Leistungen sind das Kindergeld und das Erziehungsgeld. Das Kindergeld wird für jedes Kind bis zum 18. Lebensjahr (in bestimmten Fällen auch länger) gezahlt und staffelt sich nach der Zahl der Kinder. Das Erziehungsgeld soll laut dem Dritten Familienbericht in erster Linie eine Lohnersatzleistung für die Frauen sein, die aufgrund der Geburt eines Kindes ihre Arbeit aufgeben oder auf maximal 19 Stunden pro Woche beschränken. Das hindert den Gesetzgeber aber nicht daran, es auch für die Frauen zu gewähren, die nicht im Erwerbsleben stehen.

Durch das Erziehungsgeld soll es ermöglicht werden, dass sich ein Elternteil in der für die ganze spätere Entwicklung entscheidenden ersten Lebensphase eines Kindes möglichst uneingeschränkt dessen Betreuung und Erziehung widmet.
Im Zuge von Hartz IV wird das Erziehungsgeld auf das Arbeitslosengeld II angerechnet.

Eine weitere große direkte Leistung, die nicht nur, aber meistens für Familien gilt, ist hier noch das Wohngeld zu nennen, das für Familien um so relevanter wird, je größer die Familie ist.

Bereits in Verbindung mit dem Jahressteuergesetz 1976 ist eine umfassende Reform der Familienbesteuerung und des Kindergelds verwirklicht worden.

Indirekte Leistungen:

Indirekte Leistungen für Familien mit Kindern sind die Kinderfreibeträge, die vom steuerpflichtigen Einkommen abgesetzt werden können. Sie fallen um so höher aus, je größer das zu versteuernde Gesamteinkommen ist. Bei Familien, bei denen aufgrund niedrigen Einkommens keine Steuern anfallen, wird eine Kinderzulage (Negativsteuer) ausgezahlt.

Arbeitsrechtliche Leistungen:

Arbeitsrechtliche Leistungen sind der Erziehungsurlaub, der Vätern oder Müttern gewährt wird und eine Wiedereinstellungsgarantie einschließt. Der Erziehungsurlaub steht wie alle anderen Leistungen Vätern und Müttern zu. In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, dass Erziehungszeiten als Arbeitszeiten gelten und deswegen für die Berechnung der Altersrenten eine Rolle spielen (Anrechnungszeiten).

In Bezug auf Betreuungstage, die Eltern mit erkrankten Kindern verbringen, gibt es in der arbeitsrechtlichen Absicherung für die Familien in den neuen Bundesländern Vor- und Nachteile. Der Nachteil des jetzt geltenden Rechts liegt in der Verkürzung der Betreuungszeit sowie in der Altersbegrenzung der erkrankten Kinder. Der Vorteil besteht darin, dass nunmehr Frauen und Männer die gleichen Rechte haben, wohingegen in der früheren DDR nur Frauen dieses Recht in Anspruch nehmen konnten.

Außerdem gibt es politische Aktivitäten, wie z.B die Schaffung von Einrichtungen die eingreifen, wenn die Familien – aus welchen Gründen auch immer – ausfallen.
So z.B. die Jugendämter und die ambulanten Jugend- und Familienberatungsdienste, die die Arbeit in den Familien ergänzen (Freizeiteinrichtungen, Beratungsstellen, etc.) und durch Bund, Länder, Städte und Gemeinden getragen oder subventioniert werden.


IV. Quellenangaben:

• Aus Politik und Zeitgeschichte (B 22-23/2002)
• Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 4., völlig überarbeitete und aktualisierte Auflage, Bonn 2000.
• Familienbericht der Bundesregierung von 1979: Nr. 13
• Bundeszentrale für politische Bildung




Claudia Beyer
Henstedt-Ulzburg, den 21.01.2005




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